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Wunderbare Barockwelt

Schloss Solitude

Darstellung von Herzog Carl Eugen zu Pferd; Foto: Landesmedienzentrum, Dieter Jäger
Fürstliche Jagdlust

Parforcejagden am

Schloss Solitude

Herzog Carl Eugen von Württemberg war ein leidenschaftlicher Jäger. Besonders begeisterte ihn die französisch inspirierte Parforcejagd. Rund um Schloss Solitude ließ er einen Jagdpark anlegen und beschäftigte eigens Personal für die Jagd. Vergleichbare barocke Jagdparks gab es in Ludwigsburg, Schwetzingen oder Weikersheim.

Parforcejagd; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Gemälde einer erfolgreichen Parforcejagd.

DIE PARFORCEJAGD

Das Wort „Parforce“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „mit Gewalt“. Diese Art der Jagd ist eine Hetzjagd. Besonders beliebt war sie im 17. und 18. Jahrhundert beim europäischen Adel. Eine ausgebildete Hundemeute verfolgte die Fährte von Hirschen, Füchsen, Wölfen oder Wildsäuen und die Jäger begleiteten sie auf Pferden. Bekanntheit erlangte diese Art der Jagd besonders durch den französischen Hof, in Frankreich herrschten ideale Bedingungen für die Parforcejagd. Dort hieß sie allerdings „chasse à courre“ und wird teilweise noch heute ausgeübt.

Plan von Schloss Solitude; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Auf dem Plan der Solitude sind die Schneisen für die Parforcejagd erkennbar.

ALLES FÜR DIE JAGD

Die Parforcejagd erforderte neue Jagdanlagen rund um die barocken Schlösser. Die Reiter benötigten für den schnellen Ritt möglichst flache, offene Gelände mit vielen Schneisen. Herzog Carl Eugen ließ die Wälder rund um Schloss Solitude speziell zu diesem Zweck herrichten. Übrigens: Die Jäger verständigten sich während der Jagd mit Jagd- oder Parforcehörnern, sogenannten „Trompes de Chasse“. Später entwickelte sich aus diesem Blechblasinstrument das Waldhorn.

Schloss Solitude im Herbst; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Norbert Stadler

Jagden fanden auf der Solitude meist im Herbst statt.

HERZOGLICHES VERGNÜGEN

In der Allgemeinen Forst- und Jagdzeitung beschreibt 1825 ein Redakteur die Jagdgewohnheiten des Herzogs. Für die Haltung der Hunde und die Vorbereitung der Parforcejagden beschäftigte der Herzog einen Oberjägermeister, einen Jagdsekretär, Hofjägerburschen, fünf bis sechs Jagdjunker, einen Wildmeister und vier Meister-Jäger. Zur „Parforce Jagd ließ er dazu kostbare Pferde aus England kommen und aus Frankreich (…) vortreffliche Jagdhunde, alle Waldungen der Gegend waren deswegen mit vielen geraden sternförmig ausgebauten Allen versehen“. Große Parforcejagden veranstaltete Herzog Carl Eugen zu seinem eigenen Vergnügen, aber auch zu Ehren von hohen Besuchern.

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