Schloss Kirchheim, Porträt der Mätresse Franziska von Hohenheim

Liebe und PolitikDie Mätresse und der Herzog

Mit 24 Jahren wird Franziska von Hohenheim die offizielle Mätresse des Herzogs Carl Eugen von Württemberg: Schnell wird aus der Geliebten die große Liebe, die den umtriebigen Herzog besänftigen sollte. Das brachte Franziska den dauerhaften Ruf als der „gute Engel Württembergs“ ein.

Schloss Solitude, Stuttgart, um 1770

Das herzogliche Lustschloss „in der Einsamkeit“ um 1770.

KENNENLERNEN BEI DER JAGD

In dem Jahr, in dem Herzog Carl Eugen Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth heiratete, wurde seine spätere Mätresse und zweite Ehefrau geboren: Am 10. Januar 1748 erblickte Franziska das Licht der Welt. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Mit 16 Jahren wurde sie die Frau des älteren Barons Leutrum von Ertingen. Herzog Carl Eugen begegnete sie erstmals 1771 bei einer seiner Jagdgesellschaften auf Schloss Solitude, zu der sie ihren Ehemann begleitete. Ein Kennenlernen, das beider Leben verändern sollte.

Universität Hohenheim, Franziska von Hohenheim

Der Herzog Carl Eugen überschrieb Franziska sein Gut in Hohenheim.

DIE NEUE MÄTRESSE

Nur wenige Monate nach ihrer ersten Begegnung ernannte Herzog Carl Eugen Franziska zu seiner offiziellen Mätresse: Am 10. Januar 1772, ihrem 24. Geburtstag, überschrieb er ihr ‒ auf Widerruf ‒ sein Gut in Hohenheim. Franziska ließ sich im selben Jahr von ihrem Mann scheiden. Gut zwei Jahre später wurde sie in den Rang einer Gräfin von Hohenheim erhoben. Bis zur Begegnung mit Franziska hatte der Herzog ein buntes Liebesleben hinter sich – erst unter ihrem Einfluss schien sein Leben in ruhigeren Bahnen zu verlaufen.

WÜRTTEMBERGS ENGEL?

Anders als viele andere Mätressen litt Franziska von Hohenheim unter dem Verhältnis zu dem verheirateten Herzog, der zudem katholisch war. Bis heute ist Franziska von Hohenheim bekannt dafür, dass sie den „wilden“ Herzog von Württemberg zum guten Landesvater erzogen haben soll. Herzog Carl Eugens Interesse an ausgiebigen Festen und Jagdgesellschaften ließ mit Franziska nachweislich nach; sein Fokus verlagerte sich mehr nach Hohenheim. Dieses Schlosst nutzte das Paar anschließend zehn Jahre lang als Sommersitz.

Franziska von Hohenheim zu Besuch in der Hohen Carlsschule, Gemälde von Jakob Friedrich Weckherlin, 1780

Die Schüler der Hohen Carlsschule schenkten Franziska von Hohenheim Rosen.

Buch im Wohnzimmer von Schloss Kirchheim

Das Tagebuch der Franziska von Hohenheim.

EINE TIEFE LIEBE

Ihre pietistische Frömmigkeit und ihr bescheidenes Auftreten werden mit Sicherheit positiv auf das Wesen von Herzog Carl Eugen gewirkt haben. Sie heirateten heimlich am 11. Januar 1785 und blieben bis zum Tod Carl Eugens 1793 vereint. Franziska war dabei weit mehr als eine Mätresse: Dass die beiden eine tiefe Liebe verband, die über den Tod des Herzogs hinaus, anhielt, belegt ein Tagebucheintrag Franziskas vom 10. Januar 1795, ihrem 47. Geburtstag: „Werde ich disses Jahr Gantz Erleben, oder werden meine wünsche Erfült, Balt aufgelese, Bey Christo zu sein u. wieder mit meinem Theuren Herzog verEint zu Leben.

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