Wunderbare Barockwelt
Schloss Solitude

Montag, 7. September 2020

Schloss Solitude, Stuttgart | Allgemeines 11. September 1770: Die Fürsten von Thurn und Taxis verlassen Schloss Solitude

Vor genau 250 Jahren, am 11. September 1770, verließen der regierende Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis, seine dritte Ehefrau, Maria Henriette Josepha von Fürstenberg-Stühlingen, und ihre gemeinsame Tochter Theresia Schloss Solitude nach einem dreiwöchigen Besuch. Das „Schloss in der Einsamkeit“ war das neue Prestigeobjekt des baulustigen Herzogs Carl Eugen von Württemberg – und er unterhielt seine Gäste während ihrer Anwesenheit pompös.

HOHER BESUCH AUF DER SOLITUDE

Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis war der dritte Fürst seines Adelsgeschlechts und schon 66 Jahre alt, als er der Einladung Carl Eugens folgte und nach Württemberg reiste. Seine Vorfahren hatten 1490 das europaweite Postwesen begründet und seitdem betrieb die Familie die Kaiserliche Reichspost als Generalpostmeister. Am 22. August 1770 erreichten sie das Schloss hoch über Stuttgart. Sie wurden von vier Chor-Trompetern und Paukern begrüßt und höchstpersönlich von Herzog Carl Eugen in den Blauen Saal geleitet, wo ihnen Kaffee serviert wurde. Nach einer kleinen Pause in den für sie hergerichteten Appartements im Kavaliersbau erwartete die Gäste ein Konzert im Großen Saal mit anschließendem Dinner.

 

HISTORISCHES JOURNAL HÄLT ALLES FEST

Woher weiß man das alles? Ein vertrauter Begleiter des Herzogs hat über alle Aktivitäten am Hof Carl Eugens ein Tagebuch geführt. Alexander Freiherr von Bouwinghausen-Wallmerode verfasste ein „Journal über Serenissimi Land-Reyssen, 23. September 1767 bis 10. Mai 1773“. Er notierte die Geschehnisse um den Besuch der Familie von Thurn und Taxis – getreulich und mit vielen Details. Sie sollten bis zum 11. September, der Erbprinz und die Erbprinzessin bis zum 12. September 1770, bleiben und in dieser Zeit viel über den württembergischen Hof erfahren. So ging Herzog Carl Eugen mit ihnen jagen, zeigte ihnen seine Ländereien und weitere Schlösser und ließ für sie so gut wie jeden Abend ein Stück im Theater aufführen.

 

PRÄGUNG DURCH CARL EUGEN? 

Erbprinz Karl Anselm sollte 1773, nur drei Jahre nach seinem Besuch auf der Solitude, nach dem Tod seines Vaters die Stelle des Generalpostmeisters antreten. Während seiner Regierungszeit förderte er die Hofmusik stark. Bereits sein Vater hatte aus Repräsentationsgründen das Musikerensemble am Hof ausgebaut. Karl Anselm engagierte berühmte Musiker und Komponisten und nach heutigem Stand war seine Hofkapelle wohl eine der bedeutendsten und qualitätsvollsten seiner Zeit im süddeutschen Raum. Was für Carl Eugen das Theater war, das war für Karl Anselm die Musik.

 

DAS ENDE DES LUSTSCHLOSSES

Nur wenige Jahre hielt die Begeisterung des Herzogs für sein Lustschloss an. Bereits fünf Jahre nach dem Besuch des Fürsten von Thurn und Taxis hatte Carl Eugen seinen Aktionsschwerpunkt in den Süden von Stuttgart verlegt: Schloss und Garten Hohenheim waren die neuen Projekte. Die riesigen Gärten auf der Solitude mit ihren vielen Bauwerken sind schon lange verloren. Was sich bis heute erhalten hat, ist die Eleganz des Schlosses und seiner Nebengebäude – und die spektakuläre Aussicht, die „unvergleichbare Vue vom Schloss aus“.

 

Service und Information

ÖFFNUNGSZEITEN

Fr–So, Feiertage 11.00 – 16.00 Uhr

 

PREIS

Erwachsene 4,00 €, Ermäßigte 2,00 €, Familien 10,00 €

 

INFORMATIONEN

Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)7 141.18 64 00
info@schloss-solitude.de

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