Wunderbare Barockwelt

Schloss Solitude

Bürger übernehmen das Schloss

Das Ende der Monarchie

Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen – auch in Baden und Württemberg. Die Monarchen dankten ab und in Deutschland begann die Zeit der Demokratie. Zugleich wurden damit viele Residenzschlösser zu Museen und zu Orten, die nun allen gehörten.

DIE SOLITUDE ALS ORT FÜR VERWUNDETE SOLDATEN

Schloss Solitude stand schon lange nicht mehr für Monarchie und Herrschaft. Dennoch war es eng mit den Ereignissen am Ende des Ersten Weltkrieges verbunden. Denn die Schlossgebäude in der abgeschiedenen Stuttgarter Höhenlage wurden als Lazarett genutzt, eine Tradition, die bereits über ein Jahrhundert, seit den „Befreiungskriegen“, den Kämpfen gegen Napoleons Herrschaft, bestand. An diese Funktion als militärisches Krankenhaus erinnert eine Gedenktafel auf dem Solitude-Friedhof. Sie nennt die 23 Soldaten, die im Lazarett auf der Solitude während des Ersten Weltkrieges starben.

WÄHRENDDESSEN IM NAHEN STUTTGART

Anders als Schloss Solitude und sein Lazarett standen die Schlösser in der Stuttgarter Innenstadt im Mittelpunkt der Novemberrevolution in Württemberg. Wie überall in Deutschland bildeten die Revolutionäre unter dem Eindruck der Nachrichten aus Berlin am 9. November 1918 den „Volksstaat Württemberg“. Der württembergische König Wilhelm II. verließ die Stadt, als die Unruhen bedrohliche Ausmaße annahmen, und zog sich in das königliche Jagdschloss in Bebenhausen zurück.

Schloss Bebenhausen, Königspaar Wilhelm II: und Charlotte; Foto: Landesmedienzentrum, Urheber unbekannt

Das Königspaar in Bebenhausen.

Das Ende der Monarchie

Am 30. November 1918 dankte König Wilhelm II. ab. Mit dem Thronverzicht einhergehend, nahm er den Titel eines Herzogs von Württemberg an. Drei Jahre später starb er in Bebenhausen; seine Frau Charlotte wohnte noch bis zu ihrem Tod 1946 in Schloss Bebenhausen.

EIN JAHRHUNDERT SCHLOSSERLEBNIS

Viele Schlösser waren schon vor 100 Jahren nicht mehr Wohnsitz oder gar Regierungssitz der alten Herrscherfamilien. Die Umnutzung hatte längst begonnen: als Museum oder als touristische Attraktion, als Archiv oder als Verwaltungssitz. Mit dem Ende der Monarchie wurde der Schritt endgültig. Nur die Schlösser, die zum Privatvermögen der ehemaligen Herrscher gehörten, blieben in deren Eigentum. Alle anderen Schlösser gingen in Landesbesitz über – viele davon sind noch heute besuchenswerte Sehenswürdigkeiten, betreut von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

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