Luftansicht von Schloss Solitude

Rückzugsort und Jagdvergnügen

Dossier: Das Sommerschloss

Carl Eugen empfand den Wunsch nach Zurückgezogenheit und Bequemlichkeit wie viele seiner Zeitgenossen. In der Solitude konnte sich der Herzog fernab der politischen Ereignisse erholen. Doch der Ausbau der Solitude machte sie auch zum Ort offizieller Empfänge mit großem Prunk.

Bildnis Herzog Carl Eugens von Württemberg

Vergnügungen fand Carl Eugen auf der Solitude.

Rückzugsort für vergnügliche Stunden

Carl Eugen zog sich häufig mit einem vertrauten kleinen Kreis in die Solitude zurück: Der Herzog widmete sich der Aufsicht über die Bauarbeiten am Schloss, die Damen und Kavaliere spazierten in den Gärten und unternahmen Ausflüge in die nähere Umgebung. Abends traf man sich zu Spiel und Tanz oder einem Konzert. Der Herzog und sein Gefolge wohnten in den zuerst fertig gestellten beiden Flügelbauten, die der Unterbringung und Versorgung der Gesellschaft dienten. Das Hauptschloss war für die großen Empfänge gedacht.

Kupferstich des Rotwildparks am Bärenschlössle in Stuttgart aus dem Jahr 1840

Rotwildparks erlaubten eine einfache Jagd.

Dem Herzog vor die Flinte getrieben

Mit dem Bau der Solitude wurde das Jagdrevier im Leonberger Forst erweitert. Gerade Achsen dienten als Schussfelder und für den Jagdtross als Manövrierfläche. Weitläufige Tiergärten vervollständigten den Jagdpark. Schwarz-, Rot- und Damwild sowie Fasane waren Attraktion und Jagdwild zugleich. Pavillons im Jagdpark dienten als Ausflugsziele und Rastplätze. Carl Eugen ging oft auf die Pirsch, nur von einem Adjutanten begleitet. Große Jagden veranstaltete man im Herbst und für fürstliche Besucher. Dann wurde das Wild den Gästen vor die Flinten getrieben.

Mit der „Wurst“ unterwegs

Die „Wourst“ war keineswegs ein herzhafter Leckerbissen für unterwegs. Es handelte sich vielmehr um einen gelenkigen Jagdwagen, mit der die Gesellschaft durch den Garten oder zu nahe gelegenen Ausflugszielen wie dem Bärensee fuhr. Statt auf Bänken einander gegenüber zu sitzen, mussten alle breitbeinig auf einem langen Balken Platz nehmen, der entlang der Mittelachse angebracht war. Ein typischer Ausflug konnte so aussehen: „Nach der Tafel spielte man“ […], abends fuhr man „in 2 Würsten spatzieren; nach diesem ging es in die Opera“ (24. Juni 1768).

Unterwegs im ehemaligen herzoglichen Wildpark: Verbinden Sie einen Besuch in Schloss Solitude mit einem anschließenden Spaziergang zum Bärenschlösschen im Rotwildpark – ein Ausflug, den schon Carl Eugen mit seinem Hofstaat unternahm. Eine lohnenswerte Variante mit Kindern: der Besuch der Gehege mit den Wildschweinen und Hirschen. Und verschiedene Grillplätze gibt es auch!

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