Herzog Carl Eugen und Herzogin Franziska, Schattenriss-Radierung von 1787

Botschaft seines Herzens

Der Liebesbrief

Weithin bekannt war Herzog Carl Eugen für sein ausschweifendes Liebesleben, seine wechselnden Mätressen und die zahlreichen unehelichen Kinder. Eine junge Dame hatte es ihm besonders angetan und sollte später sogar – entgegen aller Widerstände – seine Ehefrau werden.

Bildnis der Franziska von Hohenheim, heute in Schloss Kirchheim

Bildnis der langjährigen Liebe, Franziska von Hohenheim.

Flammender Liebesbrief

Folgenden Brief schickte Carl Eugen 1786 aus Kirchheim: „Herzallerliebstes Franzele! […] schönstes Weible!, das Wichtigste: Hast Du mich auch gern? Ich habe hundertmal an Dich gedacht, auch dass Du meine Geduld beloben würdest, ja, mein Franzele ist mir immer vor Augen. Adieu Engel! Ich küsse Dich tausendmal in Gedanken und bin von ganzem herzen Dein bis in den Tod. Der regierenden Herzogin, meiner allerliebsten Frau in Stuttgart.“

Gipsbüste der Herzogin Franziska von Württemberg, um 1790

Herzogin Franziska von Württemberg, um 1790.

Die Richtige

Dieser Brief war an seine langjährige Liebe Franziska gerichtet: Herzog Carl Eugen hatte sich 1771 in die 23-jährige Freifrau Franziska Leutrum von Ertingen verliebt. Innerhalb weniger Monate lebte sie als Hauptmätresse an seiner Seite. 1785, nach dem Tod seiner Ehefrau, heiratete er sie offiziell. Bis zur Begegnung mit Franziska hatte der Herzog ein buntes Liebesleben hinter sich – erst unter ihrem Einfluss schien sein Leben in ruhigeren Bahnen zu verlaufen.

Profilbildnis Herzog Carl Eugens auf einem Medaillon

Profilbildnis Herzog Carl Eugens.

Herzog Carl Eugen und die Liebe

Verheiratet war der württembergische Herzog seit 1748 mit Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth. Doch die Ehe war nicht glücklich, der Herzog untreu. Nach acht Jahren kehrte seine Frau an den elterlichen Hof zurück. Der junge Herzog vergnügte sich mit verschiedenen Mätressen. Um seine Liebschaften besser überblicken zu können, soll Herzog Carl Eugen verfügt haben, dass die Damen, die ihm bereits gefällig gewesen waren, zukünftig bei Hofe blaue Schuhe tragen sollten.

„Maîtresse en titre“

Wechselnde Mätressen waren im 18. Jahrhundert an den europäischen Fürstenhöfen nichts Ungewöhnliches. Schließlich wurden die offiziellen Ehen meist nicht aus persönlicher Neigung, sondern aus dynastischen Gründen geschlossen. Manche der Frauen festigten sogar ihre Stellung als Hauptfavoritin, erhielten den offiziellen Titel „maîtresse en titre“ und konnten Einfluss auf die politischen Verhältnisse am Hof nehmen.

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