Frontalansicht der Gartenseite von Schloss Solitude

Eine Welt für sich

Die Gebäude

Als Pavillon-Ensemble mit dem Charakter einer kleinen Stadt, so könnte man die Solitude beschreiben. Das Ganze ist symmetrisch angelegt: typisch für die Barockzeit. In den einzelnen Bauten gab es Wohnräume für Herzog, Hofstaat und Gäste, Gesellschaftszimmer und Versorgungsbereiche.

Luftansicht von Schloss Solitude mit Offizien- und Kavaliersbauten

Ein Gebäudeensemble: Schloss Solitude.

Der Gesamteindruck

Die zentrale Bautengruppe ähnelt barocken Bühnenbildern. Für die lange Anfahrt aus Ludwigsburg wurde die Solitude als effektvoller Blickfang eingesetzt und diente gleichzeitig als Aussichtspunkt. Die seitlich gelegenen Nebengebäude sollten den Gesamteindruck auflockern und allmählich zum Gartenbereich führen. Sie sind auf einem kreissegmentförmigen Grundriss aufgereiht, der die Radialanlagen barocker Jagdschlösser aufgreift.

Ansicht der Gartenseite von Schloss Solitude mit Freitreppe und Altan

Der Altan umrundet das Schloss.

Freitreppen und Altan

Das repräsentative Hauptgeschoss im ersten Stock, die sogenannte Beletage, erhebt sich über einem Sockelgeschoss, das von Arkadenbögen umgeben und verborgen ist. Diese Bögen stützen einen Altan, zu der auf jeder Seite eine geschwungene zweiläufige Freitreppe emporführt. Diese rundum laufende Plattform war Aussichtspunkt und Empfangsbereich zugleich.

Die wichtigen Räume

Das Hauptgeschoss beherbergt im Zentrum den Weißen Saal als repräsentativen Festsaal. Im Westflügel ist das offizielle Appartement des Herzogs mit Schlaf- und Arbeitszimmer sowie Bibliothek untergebracht, im Ostflügel die Gesellschaftsräume. Beide Raumgruppen dienten der Repräsentation. Im Sockelgeschoss gibt es zwei weitere Appartements für hochrangige Gäste. Der heutige Eingang entspricht nicht der historischen Situation. Die Beletage wurde durch den Weißen Saal betreten.

Besucher erkunden den Weißen Saal im Hauptgeschoss von Schloss Solitude

Hier feierte der Hofstaat unter Herzog Carl Eugen: der Weiße Saal.

Luftansicht des östlichen Flügelbaus von Schloss Solitude mit der Wohnung Herzog Carl Eugens

Im östlichen Flügelbau wohnte Herzog Carl Eugen.

Offizien- und Kavaliersbau

Der Solitude-Hauptbau wird auf der Südseite eingerahmt von zwei Flügelbauten, die jeweils aus Kopfgebäude, eingeschossigem halbrunden Seitentrakt und rückwärtigen Flügeln bestehen. Im westlichen Flügelbau – dem Offizienbau – waren das Theater, eine Bildergalerie sowie die Konditorei, die Kaffee- und die Silberkammer untergebracht. Der östliche Flügelbau – der Kavaliersbau – beherbergte im Erdgeschoss die private Wohnung des Herzogs, im Obergeschoss das Appartement seiner Mätresse, Gesellschaftszimmer und die herzogliche Schlosskapelle.

Luftansicht der zehn Kavaliershäuschen in Fortsetzung des östlichen Flügels.

In den Kavaliershäuschen wohnte der Hofstaat.

Die Kavaliershäuschen

Da die beiden Flügelbauten der Unterbringung von Herzog und Hof sowie der wirtschaftlichen Versorgung dienten, hatten sie bei den Bauarbeiten zwischen 1764 und 1766 Vorrang. Von hier aus konnte der Herzog die Bauarbeiten am Hauptgebäude verfolgen. In Verlängerung der Flügelbauten entstanden westlich und östlich jeweils 10 Pavillons. In den sogenannten Kavaliershäuschen gab es: Speisesaal, Billardzimmer, Back-, Brat- und Ritterküche, das Küchenmeistergewölbe, die Verwaltung, Räume für den Hofstaat und für Bedienstete.

Möchten Sie sich gerne in die Zeit von Herzog Carl Eugen zurückversetzen lassen? Dann nehmen Sie an einer Kostümführung durch Schloss Solitude teil und plaudern Sie mit Franziska von Hohenheim.

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