Wunderbare Barockwelt

Schloss Solitude

Schriftliche Zeugnisse in Stein und Bronze

Die Inschriften

In lateinischer Sprache verfasst, geben mehrere Bauinschriften an Schloss Solitude Auskunft über die Motivation des Erbauers Herzog Carl Eugen. Auch eine jüngere Inschriftentafel aus Bronze ist in Schloss Solitude zu sehen.

Inschrift an der südlichen Seite der Schlossdurchfahrt von Schloss Solitude, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Carl Eugen rühmt sich selbst.

Bauinschrift am südlichen Portal

Am Hofportal der Schlossdurchfahrt ist eine Sandsteinkartusche mit Lorbeerranken angebracht. Über den feinsäuberlich eingemeißelten lateinischen Jahreszahlen ist folgende Inschrift zu lesen: MODERATORE CAROLO DESERTAM SOLITUDINEM LABOR IMPROBUS QUADRIENNIO VICIT MDCCLXIII – MDCCLXVII. Das heißt übersetzt: „Unter der Führung Carls besiegte unermüdliche Arbeit in vier Jahren die einsame Wüste 1763 – 1767“.

Inschrift an der nördlichen Seite der Schlossdurchfahrt von Schloss Solitude, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Carl Eugen weiht das Schloss der „heiligen Ruhe“.

Bauinschrift am nördlichen Portal

Auf der Nordseite der Schlossdurchfahrt ist ebenfalls eine Sandsteinkartusche mit Lorbeerranken angebracht. Auch hier ist feinsäuberlich eine lateinische Inschrift eingemeißelt. Sie lautet: LOCA HAEC TRANQUILLITATI SACRA VOLUIT CAROLUS. Das heißt übersetzt: „Der Ort, den Carl Eugen der heiligen Ruhe weihte“.

Herzog Carl Eugen auf einem Schimmel vor Schloss Hohenheim, Kupferstich 1790, Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Der Herzog erteilt einem Baumeister Befehle.

Was wollte Herzog Carl Eugen sagen?

Beide Inschriften betonen die maßgebliche Rolle des Herzogs. Er war 1763 der Auftraggeber. Und er war derjenige, der die zügige Umsetzung des Bauvorhabens in nur vier Jahren vorantrieb – regelmäßig besuchte er die Baustelle. Zwar waren die Bauarbeiten am Schloss und im Garten wohl erst im Jahr 1769 abgeschlossen, aber dennoch: Federführend für die Solitude-Planung war tatsächlich der Herzog selbst. Erst als er mit seinem Wissen nicht mehr weiter konnte, zog er den Hofarchitekten Philippe de La Guêpière heran.

Erinnerung an die Landesvermessung im 19. Jahrhundert

Eine weitere Inschriftentafel ist im Innern von Schloss Solitude angebracht. Die Bronzetafel markiert den Beginn der Solitudeallee, die 1820 als Basislinie für die Landesvermessung des Königreichs Württemberg bestimmt wurde. Folgende Inschrift gibt darüber Auskunft: „Württembergische Landesvermessung/ 1820/ Anfangspunkt der Grundlinie/ Solitude – Ludwigsburg/ Länge: 40 118,718 Pariser Fuss/ = 13 032,14 Meter“.

TIPP

Von dem Altan auf der Nordseite hat man einen wunderschönen Blick Richtung Ludwigsburg.

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