Wunderbare Barockwelt

Schloss Solitude

Repräsentatives Ambiente für hohe Gäste

Das Appartement

Sechs prunkvolle Zimmer in unterschiedlicher Größe, Form und Ausstattung umfasst das offizielle Appartement in Schloss Solitude. Es liegt westlich vom Weißen Saal, dem Zentrum des Schlosses, und gegenüber den Gesellschaftsräumen. Vom Saal aus wurden die Besucher hineingeleitet.

Grundriss von Schloss Solitude von 1785, rechts vom ovalen Weißen Saal das Appartement, Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Grundriss der Beletage von Schloss Solitude.

Die herzogliche Raumfolge war zum Vorzeigen da

Das luxuriöse Appartement diente der Repräsentation und stand hohen Gästen als Quartier zur Verfügung. Carl Eugen besaß seine eigene, private Wohnung im Kavaliersbau. Das Quartier mit den sechs Zimmern ist typisch für ein fürstliches Appartement der Barockzeit. Auf das Vorzimmer folgt der Marmorsaal, der als einziger Raum nur mit einem Oberlicht beleuchtet wird. Daran schließt sich das Palmenzimmer an. Es dient als Zugangsraum für das Schlafzimmer auf der Südseite und für die beiden Kabinette auf der Nordseite.

Besucher besichtigen das Marmorzimmer im Schloss Solitude, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Teurer Stuckmarmor verkleidet das Marmorzimmer.

Bis heute beeindruckend: Vorzimmer und Marmorsaal

Den Auftakt bildet das Vorzimmer. Grün-gold gefasste Holzverkleidungen und Ornamente im Stil des späten Rokoko sollten die Gäste bezaubern und tun es bis heute. Die Schnitzereien und Stuckaturen sind erfindungsreich und in hoher Qualität ausgeführt. Nicht weniger beeindruckend sind die Verzierungen aus Stuckmarmor im benachbarten Marmorsaal. Er unterscheidet sich von den übrigen Zimmern der Herzogswohnung durch seine klassizistische Architektur – die Handschrift eines Schülers von Architekt Philippe de La Guêpière.

Vorzimmer (links) und Marmorsaal (rechts) wurden repräsentativ und prächtig ausgestattet.

Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Himmlisch-verspieltes Rokoko im Palmenzimmer.

Wie in einem Palmengarten

Geschnitzte Palmenbündel an den Wänden, die ein laubenartiges Gerüst bilden, und bodentiefe Glastüren lassen das Palmenzimmer wie eine luftige Gartenlaube erscheinen. Ähnlich wie das angrenzende Schlafzimmer mit seinen grün-gold gefassten Holzwänden entspricht die Gestaltung dem Stil des späten Rokoko. Die aufwendigen Stickereien des original erhaltenen Paradebettes in der schmalen Nische des Schlafzimmers zeigen chinesische Motive, die im 18. Jahrhundert sehr in Mode waren.

Die Bibliothek im Appartement von Herzog Carl Eugen im Schloss Solitude, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Vertäfelte Wände im Bibliothekskabinett.

Arbeitszimmer und Bibliothek – wurde hier gearbeitet?

Wie die übrigen Räume des herzoglichen Appartements dienten sie nur der höfischen Repräsentation. Das „Schreib Cabinet“ ist farblich in Grau und Gold gehalten. Die Schnitzereien und Stuckaturen zeigen wissenschaftliche Instrumente, Symbole der Weisheit und der Regentschaft – der Raum wird so als Ort geistiger Arbeit gedeutet. Die Wandvertäfelung und der Bücherschrank im „Bibliotheque Cabinet“ sind mit einer kunstvollen Lackarbeit, die Holzmaserung nachahmt, gefasst.

TIPP

Achten Sie bei Ihrem Besuch des Marmorsaals auf die kunstvollen Muster des Parkettbodens!

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